Die Didaktik der politischen Bildung befasst sich mit Fragen des politischen Lernens junger Menschen sowie dessen professioneller Begleitung. Im Fokus stehen dabei konzeptionelle Fragen politischer Bildung in der Schule sowie deren Möglichkeiten und Grenzen. In der Forschung wie auch in der Lehre legen wir großen Wert auf wissenschaftsorientiertes und praxisnahes Arbeiten.
In der Lehre verantworten wir den fachdidaktischen Anteil des Lehramtsstudiums für das Schulfach Sozialkunde. Dabei bemühen wir uns um eine enge Verzahnung der Fachdidaktik mit der Politikwissenschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung angehender Gymnasial- und Berufsschullehrkräfte. Aktuell sind das insgesamt 470 Studierende (Stand SoSe 2025).
In der Forschung bearbeiten wir vor allem Fragen schulischer politischer Bildung. Diese umfassen theoretisch-konzeptionelle, normative und empirische Gesichtspunkte.
Im aktuellen Semester werden folgende Lehrveranstaltungen von unserem Bereich angeboten:
Vorlesung
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V Fachdidaktik I: Geschichte der politischen Bildung und Grundlagen der Unterrichtsplanung
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Kerstin Pohl
Seminar
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Sem (BEd/MEd) Bilinguale Fachdidaktik Sozialkunde (bilinguale Zusatzausbildung)
Dozent:in: Florian Rapp -
Sem (MEd) Demokratiebildung – Kontroversen und Konjunkturen
Dozent:in: May Jehle -
Sem (MEd) Künstliche Intelligenz und Politikunterricht
Dozent:in: Uwe Franke -
Sem (MEd) Politische Urteilsbildung (ENTFÄLLT)
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Kerstin Pohl -
Sem Fachdidaktik II: Einführung in die Politikdidaktik
Dozent:in: May Jehle; Niklas Schäfer
Kleingruppe
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KG Fachdidaktik III: Unterrichtsplanung Politische Bildung. Vorbereitung des Vertiefenden Praktikums
Dozent:in: Nina Dröge; Uwe Franke
Kolloquium
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Koll Examenskolloquium Didaktik der politischen Bildung
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Kerstin Pohl
WiSe 2025/26
| Projektverantwortung Didaktik der politischen Bildung: | Niklas Schäfer |
| Projektverantwortung Geschichtsdidaktik: | Johanna Oppenheimer |
| Förderung: | Gutenberg Lehrkolleg (GLK) im Rahmen der Förderlinie für innovative Lehrprojekte |
InterLeNS hat das Ziel, die Handlungssicherheit von Lehramtsstudierenden im Umgang mit Gedenkstättenbesuchen im schulischen Unterricht zu stärken. Dafür werden digitale Materialien entwickelt, die multiperspektivische, fachdidaktische Reflexionen fördern sollenund praxisnah konzipiert sind.
Im Sommersemester 2026 kommen die Materialien erstmals in Didaktik-Seminaren der Geschichte und Sozialkunde zum Einsatz. Ein gemeinsamer Besuch der Gedenkstätte Osthofen mit anschließender Reflexion bildet den methodischen Ankerpunkt der Lehrveranstaltungen.
Langfristig schafft InterLeNS nachhaltige Ressourcen für die Lehrer:innenbildung und das Selbststudium und unterstützt so die interdisziplinäre Professionalisierung angehender Lehrkräfte im Umgang mit Gedenk- und Lernorten zum Nationalsozialismus.
| Leitung: | Univ.-Prof. Dr. Kerstin Pohl |
| Begleitforschung: | Univ.-Prof. Dr. Kerstin Pohl & Dr. May Jehle |
| Wissenschaftliche Hilfskräfte: | Lukas Böhm & Antonia Rosskopp |
| Förderung: | Gutenberg Lehrkolleg (GLK) im Rahmen der Individual-Förderrichtlinie (Lehrfreisemester) |
Sind die politikwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen eine gute Vorbereitung auf den Beruf als Lehrerin oder Lehrer?
Das dort vermittelte Fachwissen ist essenziell für die fachwissenschaftliche Professionskompetenz. Die berufsorientierte fachdidaktische Professionskompetenz wird vorwiegend in den wenigen fachdidaktischen Lehrveranstaltungen vermittelt. Lässt sie sich auch in den fachwissenschaftlichen Veranstaltungen fördern? Im Projekt „FachProfis: Professionskompetenzen im Blick: Berufspraktische Relevanz politikwissenschaftlicher Lehrveranstaltungen stärken“ soll genau das erprobt werden.
Im Arbeitsbereich „Didaktik der politischen Bildung“ entwickeln wir dafür praxisorientierte Bausteine, die in bestehende fachwissenschaftliche Lehrveranstaltungen integriert werden können. Die Bausteine werden dann gemeinsam mit den Dozentinnen und Dozenten der beteiligten Lehrveranstaltungen gezielt für die jeweilige Lehrveranstaltung angepasst. In enger Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten werden die Bausteine erprobt, evaluiert und weiterentwickelt, um die Professionsorientierung im Lehramtsstudiums zu stärken.
Das Projekt wird durch ein Lehrfreisemester – verteilt auf 3 Semester – vom Gutenberg Lehrkolleg gefördert und läuft vom WiSe 2024/2025 bis zum WiSe 2025/2026. Die Bausteine sind so konzipiert, dass sie nach der Projektlaufzeit weiter eingesetzt werden können.

Leitung: StD Uwe Franke M.A.
Der Besuch außerschulischer politischer Lernorte gehört heute zu den didaktischen Selbstverständlichkeiten eines erfahrungsorientierten Unterrichtes und ist in den Lehrplänen der Länder entsprechend verankert. Dass etwa mit dem Gang zu einer Gerichtsverhandlung oder der Zusammenarbeit mit der Redaktion einer Tageszeitung kompetenzfördernde Momente verbunden sind, steht außer Frage. Dennoch haben zahlreiche LehrerInnen Berührungsängste mit der (Selbst-) Organisation und Durchführung umfangreicher Projekte. Daher sollen in insgesamt vier Modulen (Landtag Rheinland-Pfalz, Berlin, Europäische Union, Wien) die Studierenden für den didaktischen Mehrwert und die tatsächlichen Möglichkeiten außerschulischer Lernorte theoretisch und praktisch sensibilisiert werden.
| Projektkoordination: | Claudia Kliefoth |
| Teilprojektleiterin Institut für Politikwissenschaft: | Prof. Dr. Kerstin Pohl |
| Teilprojektleiterin Deutsches Institut: | Prof. Dr. Anja Müller |
| Teilprojektleiterin Geographisches Institut: | Dr. Marion Plien |
| Förderung: | Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Rahmen der Ausschreibung „Freiraum“. Laufzeit von 01.09.2022 bis 30.09.2024 |
Ziel des Projekts war die Konzeption und Erprobung fachübergreifender, multimedialer, flexibel einsetzbarer Lernmodule, die Lehramtsstudierende verschiedener Unterrichtsfächer beim Erwerb und Ausbau einer fachübergreifenden professionellen Handlungskompetenz unterstützen sollen. Die Lernmodule ermöglichen Studierenden, fachspezifische didaktische Kompetenzen zu vertiefen und eine fachübergreifende didaktische Perspektive aufzubauen. Sie entwickeln so ein Konzept unterrichtlicher Praxis, auf dessen Grundlage Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fächer deutlich und Kooperationen in der Praxis erleichtert werden.
Die Studierenden sind nicht nur die Zielgruppe des Projekts, sondern haben die Lernmodule auch von Anfang an mitgestaltetet, indem sie ihre Bedürfnisse reflektiert und formuliert haben und viele Inhalte mit uns gemeinsam erarbeitetet haben.
Im Projekt haben die Didaktik der politischen Bildung, die Didaktik der Geographie und die Fachdidaktik Deutsch zusammengearbeitet. Weitere Fächer können hinzukommen.
Die multimedial gestalteten Lernmodule enthalten Erklärvideos, Podcasts, Interviews mit Lehrkräften, Fachtexte, Literaturtipps, Übungs- und Reflexionsaufgaben. Sie sind für eingeschriebene Nutzer*innen über über Moodle zugänglich, sodass sie von nachfolgenden Studierendengenerationen genutzt und von weiteren Fachdidaktiken übernommen werden können, um die eigene Fachperspektive zu erweitern.
| Projektverantwortliche Vorlesung.21 | Politikwissenschaft | Prof. Dr. Helen Callaghan Prof. Dr. Arne Niemann |
| Teilprojektleitung Politische Bildung | Prof. Dr. Kerstin Pohl |
| Verantwortliche wissenschaftliche Hilfskräfte | Chiara Piesker, Luisa Garrido Bernardi, Catherine Leber |
| Förderung: | Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Rahmen der Ausschreibung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken.“ Laufzeit von August 2021 – November 2025 |
Interaktion ist auch in Vorlesungen wichtig. Der Modellbereich „Vorlesung.21“ des Projekts ModeLL-M hatte das Ziel, Feedback, Aktivierung, Selbststeuerung und Kollaboration durch hybride Lernsettings zu stärken. ModeLL-M wurde der „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ im Rahmen der Ausschreibung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ gefördert.
Wir waren Teil der Community of Practice des Modellbereichs Vorlesung.21 aus Lehrenden und Studierenden am Institut für Politikwissenschaft, die verschiedene Möglichkeiten ausgelotet hat, digitale Elemente in Vorlesungen einzubauen und so die Interaktivität zu stärken.
Ein produktiver Umgang mit Vielfalt und Offenheit, Ambiguität und Ungewissheiten ist so voraussetzungsvoll wie notwendig. Nicht selten jedoch äußern sich in diesem Zusammenhang Handlungsunsicherheiten oder gar Reaktionen der Abwehr. Im schlimmsten Falle drohen gar demokratie- und auch menschengefährdende Ressentiments.
| Gesamtprojektleitung | Prof. Dr. Markus Höffer-Mehmer |
| Teilprojektleiterin: | Univ.-Prof. Dr. Kerstin Pohl |
| Wissenschaftlicher Mitarbeiter: | Dr. Mirko Niehoff |
| Studentische Hilfskräfte: | Umid Mohammed, Anna Mattia Held |
| Förderung: | im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Laufzeit von 01.04.2020 bis 31.12.2023 |
Vor diesem Hintergrund wurden im Projekt TWIND im Teilprojekt Politische Bildung sechs komplexe Medienpakete erarbeitet, die Lehrkräften Angebote zur Stärkung ihrer professionellen Handlungskompetenz machen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ebene des professionellen politikwissenschaftlichen und politikdidaktischen (Handlungs-)Wissens.
Im Zentrum jedes Medienpakets stehen ein oder mehrere Lernvideos, die von wissenschaftlichen Texten, Reflexionsanlässen und Aufgabenstellungen samt möglicher Antworten begleitet werden. Einige aktuelle Herausforderungen, die viele Lehrkräfte in ihrer eigenen Unterrichtspraxis erleben werden, werden darüber theoretisch fundiert bearbeitet. Und sie können verständlich und anschaulich zum Gegenstand professioneller Reflexion gemacht werden.