Mittwoch, den 30.09.2026 (ab 13.30 Uhr) – Donnerstag, den 01.10.2026 (bis 13 Uhr)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Georg-Forster-Gebäude GFG (02-521)

Im Rahmen des Forums „Lehrkräfte fördern | Demokratiebildung“ widmen wir uns den Möglichkeiten, Lehrkräfte aller Fächer auf Demokratiebildung vorzubereiten.

Kolleginnen und Kollegen von Universitäten, die bereits entsprechende Strukturen zur Lehrkräftebildung etabliert haben oder diese erproben, stellen ihre Konzepte vor und berichten von ihren Erfahrungen. Gemeinsam diskutieren wir über die Ziele, die zugrundliegenden Demokratiebegriffe, die Möglichkeiten und Hürden der institutionellen Verankerung an den Universitäten sowie Möglichkeiten der Evaluation und Begleitforschung zu den entsprechenden Programmen.

Kolleginnen und Kollegen aus der Schulpraxis und der zweiten und dritten Phase der Lehrkräftebildung bringen ihre Erfahrungen zur schulischen Demokratiebildung sowie ihre Wünsche für die Ausbildung der Lehramtsstudierenden und der Kompetenzen, die diese im Studium erwerben sollten, in die gemeinsamen Diskussionen ein.

Diese Veranstaltung wird finanziell durch die Marliese und Klaus Hammer-Stiftung gefördert.

ab 13:30

Ankommen und Anmeldung

14:00 – 14:30

Begrüßung & Einführung zur Ausgangssituation zur Demokratiebildung an der JGU

14:30 – 15:10

Joachim Bicheler, Dr. Gudrun Heinrich (Universität Rostock): Wahlpflichtmodul „Politische Bildung und Demokratie-Pädagogik“ & Zertifikatskurs „Demokratiebildung in Schule und Unterricht“

15:10 – 15:50

Ann-Christin Belling (TU Dresden): Modul „Politische Bildung für alle“ (digital)

15:50 – 16:30

Dr. Alexandra Kurth (Justus-Liebig-Universität Gießen): Grundmodul Politikwissenschaft in den Grundwissenschaften des Lehramtsstudiums

16:30 – 17:00

– Pause –

17:00 – 17:05

Grußwort von Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

17:00 – 17:40

Prof. Dr. Matthias Busch (Universität Trier): Projekt ADiLA: Aktiv für Demokratiebildung im Lehramt & Weiterbildungsangebot „Demokratiebildung und demokratische Organisationsentwicklung“

17:45 – 18:30

Diskussionsgruppen mit Leitfragen

18:30

– Abendessen –

09:00 – 09:40

Prof. Dr. Astrid Carrapatoso, Prof. Dr. Katja Zaki & Prof. Dr. Silke Mikelskis-Seifert (PH Freiburg): Demokratiebildung zwischen curricularer Transformation und partizipativer Hochschulentwicklung – Das Projekt ‚Campus im Dialog‘ (CaDeNa)

09:40 – 10:20

Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein (Universität Passau): Forschungs- und Reflexionslabor Demokratiebildung

10:20 – 11:00

Gernot Goldenbaum & Max Haberstroh (Freie Universität Berlin): Masterstudiengang „Demokratiepädagogische Schulentwicklung und soziale Kompetenzen“

11:00 – 11:30

– Kaffeepause –

11:30 – 12:15

Diskussionsgruppen mit Leitfragen

12:15 – 13:00

Austausch und Abschluss

Kontingente:

B&B Hotel Mainz-Hbf

Mombacher Straße 2b
55122 Mainz
06146 815360-9
mainz-hbf@hotelbb.com
https://www.hotel-bb.com/de/hotel/mainz-hbf

Stichwort:
ABK JGU Demokratiebildung

Reservierungsnummer:
1909013
Reservierung möglich bis zum 31. August.

Begrenzte Auswahl an Einzelzimmern (88,60 Euro) (jeweils inkl. Frühstück).
Kostenfreie Stornierung bis 3 Tage vor dem Anreisedatum.

Erbacher Hof – Bistum Mainz

Grebenstraße 24-26
55116 Mainz
06131 2570
ebh.rezeption@bistum-mainz.de
www.erbacher-hof.com

Stichwort:
JGU-Demokratiebildung

Reservierung möglich bis zum 17. August per Mail unter Angabe des Reservierungsformulars.

Begrenzte Auswahl an Einzelzimmern (144,00 Euro) (inkl. Frühstück).
Kostenfreie Stornierung bis 7 Tage vor dem Anreisedatum.

Mainzer Hof

Kaiserstraße 98
55116 Mainz
06131 97240
info@hotel-mainzerhof.de
https://www.hotel-mainzerhof.de/de/index.html

Gastname:
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft

Reservierungsnummer:
41420
Reservierung möglich bis zum 27. August.

Begrenzte Auswahl an Einzelzimmern (134,00 Euro) und Doppelzimmern für eine Person (154,00 Euro) (jeweils inkl. Frühstück).
Kostenfreie Stornierung bis 24 Stunden vor dem Anreisedatum.

Auswahl weiterer Übernachtungsmöglichkeiten (ohne Kontingente):

Die Tagung findet im Georg-Forster-Gebäude auf dem Campus der JGU-Mainz statt. 

Im Gebäude werden die Tagungsräume ausgeschildert.

Wir erleben momentan eine Epoche tiefgreifender politischer Umbrüche. Was vor wenigen Jahren undenkbar erschien, ist für den Herbst 2026 zu einem realistischen Szenario geworden: Die Möglichkeit, dass eine in Teilen rechtsextreme Partei in einem Bundesland die Regierung stellen kann. Wahlumfragen aus Deutschland aber auch tägliche Nachrichten aus anderen Ländern machen deutlich, dass die repräsentative Demokratie vor großen Herausforderungen steht: Populistische und extremistische Strömungen gewinnen national wie international an Einfluss und gefährden demokratische Grundprinzipien, indem sie grundlegende Rechte aushöhlen. Zahlreiche Studien belegen einen gravierenden Vertrauensverlust in die repräsentative Demokratie: Das Gefühl der Überforderung angesichts der Komplexität von Politik befördert die Sehnsucht nach vermeintlich klaren Antworten und die Radikalisierung gesellschaftlicher Teilgruppen gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.1

Solche Herausforderungen äußern sich nicht zuletzt auch in Schulen. Gut die Hälfte der Lehrkräfte wünschen sich nach der neusten Lehrkräftebefragung im Rahmen des Deutschen Schulbarometers mehr Engagement für die Demokratiebildung an ihrer Schule. Dabei sehen rund 40% einen Grund für die bislang unzureichende Demokratiebildung im mangelnden Fachwissen der Kolleginnen und Kollegen und knapp 20% in der Angst von Lehrkräften vor Konfliktsituationen unter den Schüler:innen. Zudem fühlen sich 18 % der Lehrkräfte durch das vermeintliche Neutralitätsgebot verunsichert – dazu tragen nicht zuletzt Dienstaufsichtsbeschwerden und parlamentarische Anfragen von Akteur:innen der extremen Rechten bei. Immerhin noch 23% stimmten trotz einer breiten öffentlichen Diskussion in den letzten Jahren noch immer der Aussage zu, dass „alle Meinungen von Schüler:innen gleichermaßen als richtig anerkannt werden müssten, um neutral zu bleiben“.2

Die Herausforderungen, vor denen unsere parlamentarische Demokratie heute steht, betreffen die Lehrkräfte aller Fächer, weshalb zahlreiche Universitäten mittlerweile verpflichtende Demokratiebildungsmodule für alle Lehramtsstudierenden eingeführt haben.

1 vgl. bspw. FES 2023: Demokratievertrauen in Krisenzeiten. Bonn.
2 Robert Bosch Stiftung 2026: Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte. Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Stuttgart, hier genannte Zahlen S. 26-30, Zitat S. 28.


Im Rahmen des Projekts „Lehrkräfte fördern | Demokratiebildung“ sollen entsprechende Module auch für die Lehramtsstudierenden der JGU entwickelt werden. Während die bestehenden Konzepte anderer Universitäten vor allem Demokratiebildungsansätze aus der politischen Bildung und Demokratiepädagogik für alle Lehramtsstudierenden zugänglich machen, sollen in unserem Projekt darüber hinaus die spezifischen Herausforderungen in allen Unterrichtsfächern gezielt adressiert werden: Fragen wie die Vermittlung von Körperbildern, die den Sportunterricht zum Instrument rechtsradikaler Ideologie machen, oder die Auseinandersetzung mit wissenschaftsfeindlichen Argumentationen oder Verschwörungserzählungen in den naturwissenschaftlichen Fächern sollen in Lehrveranstaltungen gezielt adressiert werden.